Gonin

Gonin

Japan 1995

Regie und Buch: Takashi Ishii.

Besetzung: Koichi Sato, Masahiro Motoki, Jinpachi Nazu, Takeshi Kitano.

Farbe. 109 Minuten. Original mit deutschen Untertiteln.


Gonin

 

Unter den geschlossenen Lidern eines Schlafenden rollt rastlos die Pupille. Herr Bandai hat einen Alptraum, Vorbote einer grauenvollen Tragödie, die er durchleiden wird. Bandai betreibt eine Disco und hat ein existenzielles Problem: Schulden in Millionenhöhe bei der Yakuza. In seiner Verzweiflung beschließt er, den Tresor im örtlichen Bandenhauptquartier auszurauben. Seine vier Komplizen sind Desperados wie er (›Gonin‹, jap.: fünf Menschen). Eine chaotische Schar, aber ihr Überfall gelingt. Froh werden die Räuber mit ihrer kapitalen Beute allerdings nicht. Die Yakuza hetzt zwei Profikiller (einer davon: ›Sonatine‹-Regisseur Takeshi Kitano) auf sie... Takashi Ishii nutzt ein populäres Genre und bekannte Handlungsmuster, um ein existenzielles Schauspiel über die Bestie Mensch, über das Absurde des menschlichen Lebens und Sterbens in Szene zu setzen. Man kann ›Gonin‹ als Zeitzeichen sehen, Ausdruck einer spätkapitalistischen Gesellschaft, die durch streng hierarchische Ordnung, gnadenlosen Konkurrenzkampf und ritualisierte Selbstverleugnung geprägt ist. Mit dem Zerfall traditioneller Familienstrukturen, Arbeitsverhältnisse und Moralvorstellungen einher geht der Verlust männlichen Selbstwertgefühls, der durch offene oder kanalisierte Aggressionen kompensiert wird. ›Gonin‹ trifft den Zuschauer mit der Wucht einer Baseball-Keule direkt in die Magengrube. Baseball-Keulen werden in diesem verstörenden Film Noir immer wieder benutzt, zur Frustrationsbekämpfung beim Training, zum Prügeln und Foltern.


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